Presse2020-08-26T12:43:05+02:00

22. Juli 2020 | Niederbayern TV Journal

22. Juli 2020 | CSU-Landtagsfraktion informiert sich über Levelup
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„Eine Maschine hat keine Vorurteile – Erfolgreiche Inklusion MADE IN Niederbayern“

Inklusion durch Hightechwerkzeuge – geht das?
Ja. Das Dingolfinger Softwareunternehmen DE software & control beweist es und stellte vor kurzem sein Werkerassistenzsystem Levelup vor.
Die Mitglieder des Arbeitskreises für Arbeit, Soziales, Jugend und Familie der CSU-Landtagsfraktion und der Vorsitzende Thomas Huber MdL waren deshalb zu Gast in Dingolfing.

Das Werkerassistenzsystem Levelup basiert auf Erkenntnissen aus der modernen Industrie und wurde in den Werkstätten der Barmherzigen Brüder Straubing erfolgreich eingeführt.

Für Elke Steubl, Abteilungsleiterin in den Werkstätten der Barmherzigen Brüdern Straubing ist Levelup der Hauptgewinn: „Durch das Werkerassistenzsystem Levelup sind Menschen mit Handicap ohne Barrieren wertschöpfend tätig und leisten ihren Beitrag für die Gesellschaft. Das gibt ihnen ein positives Gefühl, sie wachsen dadurch immer weiter und ihr Leben wird nachhaltig positiv verändert. Mich verblüfft es immer wieder, dass eine Maschine das leisten kann.“

Für Marketingleiter Gerhard Eichner ist die Erfahrung mit den Werkstätten eine große Bereicherung: „Wenn wir unsere Systeme in der modernen Industrie installieren, schaffen wir dadurch Schnelligkeit und Effizienz. In den Werkstätten schaffen wir mit Levelup Neugier, Freude und Selbstvertrauen. Dass daraus auch Schnelligkeit und Effizienz resultieren, ist hier ein netter Nebeneffekt, in erster Linie geht es aber um den Menschen.“

 

Der Etat von Werkstätten (WfbM) reicht jedoch oft nicht für die Anschaffung von Hightechwerkzeugen.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises, MdL Thomas Huber, fordert ein Umdenken. „Gerade Menschen mit Handicap benötigen die besten Werkzeuge. Jetzt liegt es auch an der Politik, Werkstätten diese modernen Werkzeuge zugänglich zu machen“, so Thomas Huber und ergänzt: „Mit mehr Wertschätzung könnte man die Wertschöpfung verbessern!“

Auch Josef Zellmeier, der Vorsitzende des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragen, sicherte hier seine umfangreiche Unterstützung zu.

Für die Geschäftsführer der DE software & control, Friedrich Steininger, Heino Migge und Onur Mubariz wurde Levelup über die Entwicklungszeit hinaus zu einem Herzensprojekt. Friedrich Steininger ist überzeugt, dass wir noch viel von Menschen mit Handicap lernen können: „Bei Levelup und Menschen mit Handicap geht es um ganz andere Werte –  sich geschätzt fühlen, sich wertvoll fühlen, sich gebraucht fühlen.“

Am Ende des Tages waren sich alle Beteiligten einig: Werkerassistenzsysteme wie Levelup müssen zum Standard in Werkstätten für Menschen mit Behinderung werden – Inklusion durch Innovation!

5. März 2020 | Niederbayern TV Journal

5. März 2020 | Straubinger Tagblatt
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Selbstwertgefühl durch Technik

Eine einfache Hilfe, die die Arbeit erleichtert und somit das Selbstwertgefühl steigert: Mit Levelup steht den Menschen der Werkstätten der Barmherzigen Brüder ein Assistenzsystem zur Verfügung, das genau das bewirkt. „Es ist schön, zu sehen, wie begeistert die Menschen sind und wie sie strahlen“, sagte Gerhard Eichner. Er ist der Marketingleiter der Dingolfinger Firma DE software & control GmbH, die das Assistenzsystem entwickelt hat. Er und Geschäftsführer Friedrich Steininger stellten am Mittwochnachmittag dem Straubinger Oberbürgermeister Markus Pannermayr, den Landtagsabgeordneten Josef Zellmeier und Dr. Petra Loibl das System vor.

Es war der Wunsch von Geschäftsführer Steininger, die bereits vor allem in der Automobilindustrie bewährten Assistenzsysteme auch Menschen mit Behinderung zur Verfügung zu stellen. Daher sei man auf die Barmherzigen Brüder zugegangen. „Seitdem sind gut zwei Jahre vergangen, in denen wir beraten, entwickelt und getestet haben“, erklärte Eichner.

Das erste Ergebnis in Form eines Prototyps hielt dann vor etwa einem halben Jahr Einzug in die Werkstätten der Barmherzigen Brüder. Zuerst habe man sich hierfür die Arbeit der Menschen angesehen: Viele Aufträge sind Kommissionsarbeiten, erklärte Elke Steubl, Abteilungsleiterin bei den Barmherzigen Brüdern, also etwa verschiedene Teile zusammenzusuchen und miteinander abzupacken. Bisher habe man hierfür mit analogen Vorlagen gearbeitet, sprich: ein Karton, auf dem die Teile, die in den Beutel kommen, aufgeklebt waren und der den Werkstättenbeschäftigten so als Orientierung und Schablone diente. „Aber man kann sich denken: Spaß macht das so keinem. Und das geht dann an unserem Ziel vorbei.“

„Ich geh hier nicht mehr weg“

Durch eine „glückliche Fügung“ sei es dann zur Zusammenarbeit mit DE software & control GmbH gekommen. Heute ersetzt ein Display den Karton, das anzeigt, welches Teil als Nächstes in die Tüte kommt. Zusätzlich leuchtet am entsprechenden Fach ein grünes Licht auf. Der Druck auf die Bestätigungstaste leitet dann den nächsten Arbeitsschritt ein.

Mittlerweile sind zwei dieser Arbeitsplätze bei den Barmherzigen Brüdern im Einsatz. Das neueste Modell ist dabei höhenverstellbar und auch sonst „total flexibel“. So kann der Arbeitsplatz auf die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung angepasst werden. „Unsere Beschäftigten sind begeistert“, erklärte Werkstattleiter Harald Auer. „Plötzlich können sie Arbeiten erledigen, die sie vorher nicht machen konnten.“ Einer der ersten Mitarbeiter, die das neue Assistenzsystem testen durften, sei beispielsweise anfangs skeptisch gewesen, weil er weder lesen noch schreiben könne und von der Technik daher erst einmal abgeschreckt war. Nach den ersten zwei Handgriffen jedoch war für ihn klar: „Das ist mein Arbeitsplatz, ich geh hier nicht mehr weg.“

„Wir wollen den Menschen in den Mittelpunkt stellen und ihn unterstützen und fördern, nicht ersetzen“, erklärte Geschäftsführer Friedrich Steininger die Philosophie seiner Firma. Genau das habe man bei den Barmherzigen Brüdern umsetzen können. Die Menschen schaffen mithilfe des Systems anspruchsvollere Aufgaben, haben Erfolgserlebnisse und damit auch mehr Spaß an der Arbeit. „Wir wurden sogar schon von einigen Familienmitgliedern darauf angesprochen, wie glücklich ihre Angehörigen aus der Arbeit kommen“, erzählte Elke Steubl.

Die Landtagsabgeordneten Josef Zellmeier und Dr. Petra Loibl sowie OB Pannermayr zeigten sich beeindruckt von der modernen Lösung in der Werkstätte und lobten den Mut zur Innovation – auch wenn sich die Ausgaben für Levelup wohl nicht mit den darauf abgearbeiteten Aufträgen aufwiegen lassen. Daher versprachen die beiden Landtagsabgeordneten, nach Lösungen zu suchen und Fördermittelmöglichkeiten auszuloten.

Quelle: Straubinger Tagblatt, Ausgabe vom 5. März 2020

März 2020 | Hauszeitung Barmherzige Brüder Straubing
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Werkstätten sagen „Ja“ zu Werkerassistenz

Ein hochwertiger Industriearbeitsplatz in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM)? Macht das Sinn? Diese Frage ist durchaus berechtigt und die Werkstätten der Barmherzigen Brüder in Straubing haben sie sich auch für einen kurzen Moment gestellt. Betrachtet man jedoch die Gesamtsituation der Werkstätten, zeigt sich folgendes Bild: Die Kunden verlangen auch von den Barmherzigen Brüdern eine gleichbleibend hohe Qualität und Termintreue bei sehr großen Stückzahlen. Der eigene Anspruch sei es unter anderem, die Rahmenbedingungen für die Menschen so zu gestalten, dass sie diese Herausforderungen gut bewältigen können. Dazu kommt der Auftrag der Werkstätten, Menschen zu fördern und zu befähigen, dass sie auf den ersten Arbeitsmarkt wechseln können.

In Zeiten von Industrie 4.0 und Digitalisierung wird inzwischen eine Vielfalt an technischen Lösungen für genau diese Herausforderung angeboten. In der DE software & control GmbH haben sie einen kompetenten Partner gefunden, der viel Erfahrung mit Werkerassistenzsystemen aus dem industriellen Umfeld mitbringt. Gemeinsam wurde bereits im Juni 2019 für einen von vielen Anwendungsfällen eine maßgeschneiderte Lösung gebaut, die inzwischen weiterentwickelt wurde. Am 28. Januar 2020 hat Gerhard Eichner, Produktmanager der DE software & control mit einem Filmteam die Werkstätten der Barmherzigen Brüder in Straubing besucht, um die neue Version von Experten vor Ort testen zu lassen und einen Film für das Unternehmen drehen zu lassen.

Im Gespräch mit den Beschäftigten wurde schnell deutlich, dass alle gut mit dem neuen System zurechtkommen. Werkstattgängerin Claudia Schlögl sagt nach dem ersten Test: „Dieser Arbeitsplatz ist eine Weiterentwicklung der Ursprungsversion und im Vergleich deutlich verbessert.“

„Digitalisierung meets WfbM“

Die Aufgabe besteht darin, Waren zu kommissionieren. Bis zu einhundert verschiedene Einzelteile, die sich auch noch sehr ähnlich sehen, müssen in unterschiedlichen Stückzahlen verpackt werden. Ohne technische Unterstützung konnten solche Aufträge in der Vergangenheit nur mit einem großen Aufwand an Hilfsmitteln und mit viel Personaleinsatz gestemmt werden. Bei den Werkstattbeschäftigten selbst hielt sich die Freude über diese Aufträge in Grenzen. Heute ist es total easy.

Der Arbeitsplatz besteht aus einem Tisch mit integriertem Computerbildschirm und einer größeren Auswahl an Schütten. Diese sind an vier schwenkbaren Armen befestigt. Auf dem Bildschirm wird das jeweilige Produkt in der Reihenfolge angezeigt, wie es für den Kommissionierungsauftrag nötig ist. Zudem leuchtet an der entsprechenden Schütte, in der sich das Produkt befindet, ein grünes Lämpchen. Hat der Beschäftigte diesen Arbeitsschritt durchgeführt, bestätigt er dies mit einem Taster. Daraufhin wird der nächste Arbeitsschritt angezeigt, zudem leuchtet an der benötigten Schütte ein weiteres grünes Lämpchen.

Beschäftigte, die den neuen Arbeitsplatz ausprobieren, bewerten ihn sehr positiv. Durch die exakte Anzeige der Arbeitsschritte und der grünen Lämpchen ist es den Beschäftigten möglich, den langen, mehrteiligen Kommissionierungsauftrag komplett durchzuführen. Jeder Bediener kann in seinem, für sich idealen Tempo, ganz allein eine umfangreiche Verpackungsarbeit erledigen. Und genau das ist es, was diesen Arbeitsplatz so besonders macht. Er passt sich komplett an den Menschen an und befähigt ihn, komplexe Arbeiten selbständig zu erledigen.

Im Testdurchlauf kamen Entwickler und die Experten vor Ort ins Gespräch und diskutierten mögliche Verbesserungsvorschläge. In der Erprobung zeigte sich schnell, wie individuell die Fähig- und Fertigkeiten der Einzelnen sind und dass eine entsprechende Anpassung des Arbeitsplatzes dafür erforderlich ist.

Anpassung an den Menschen

Patrick Weigert, der beide Modelle getestet hat, meint dazu: „Mit dem neuen Modell kann ich Aufträge mit Kleinteilen komplett selbstständig bearbeiten. Die Schütten können auf meine Höhe eingestellt werden und ich kann mein Tempo bestimmen, das gefällt mir.“ Auch Gruppenleiter Hans Tanzer ist vom neuen System begeistert und sagt: “Es können praktisch keine Fehler gemacht werden. Der Bildschirm mit der Anzeige, Zahlen und Symbolen und die Lichtsignale zeigen immer an, wie es weitergeht. Wir haben mit dem Vorgängermodell rund 3000 Beutel verpackt, ohne einen einzigen Fehler. Toll!“ Ein moderner, computergesteuerter Arbeitsplatz kann Unsicherheiten durch individuelle Anpassung nehmen, ohne, dass die Arbeit von einer Maschine übernommen wird. Bereits hier ist die eingangs gestellte Frage über die Sinnhaftigkeit mit einem klaren „JA“ zu beantworten.

Was aber das Wichtigste an der ganzen Thematik ist: der Umgang mit einem modernen Arbeitsplatz macht den Beschäftigten Spaß und vermittelt Sicherheit. Diese Sicherheit erzeugt Selbstvertrauen. Und hier schließt sich der Kreis. Mit diesem Arbeitsplatz werden nicht nur die Rahmenbedingungen für die Beschäftigten geschaffen, damit sie komplexe Aufträge abarbeiten können. Über Wertschätzung und Sicherheit erzeugen wir aber auch Selbstvertrauen. Vielleicht sogar die Möglichkeit, später an einem ähnlichen Arbeitsplatz in einem Unternehmen am ersten Arbeitsmarkt tätig zu sein.

Quelle: Barmherzige Brüder Straubing